Tipps
Der passende Ort für ein Pflegezimmer:
- nicht abseits vom täglichen Geschehen eingerichtet werden,
- über ein Bad und WC auf dem gleichen Stockwerk verfügen
- hell und freundlich sein
- im Sommer nicht zu heiß
- und im Winter nicht zu kalt werden
- genügend Platz für ein Pflegebett bieten
Einrichtung und Ausstattung des Pflegezimmers
Für bettlägerige Patienten, für Pflegebedürftige mit Schlaganfall oder großen Bewegungseinschränkungen oder anderen Erkrankungen ist ein Pflegezimmer sehr nützlich.
Es muss zweckmäßig, aber nicht steril eingerichtet sein, denn der Pflegebedürftige soll sich in seiner Umgebung wohl fühlen. Bedenken Sie daher, dass ein Pflegezimmer nicht immer ordentlich aussehen muss, sondern behaglich und vertraut.
Beziehen Sie den Pflegebedürftigen bei der Einrichtung des Pflegezimmers unbedingt mit ein. Wenn er dazu nicht mehr in der Lage ist oder kein Interesse hat, versuchen sie, sich in seine Lage zu versetzen: Was sind seine Lieblingsfarben? In welchem Bettzeug fühlt er sich wohl? Welche Pflanzen, Kissen oder Dinge mag er besonders gern? Nun finden Sie einige Beispiele, damit sich der Pflegebedürftige wohl fühlt und sich sicher im Zimmer bewegen kann (sofern er dazu in der Lage ist):
Sorgen Sie dafür, dass der Pflegebedürftige aus dem Fenster schauen kann, aber vor Zugluft geschützt ist.
Das Fenster kann mit vertrauten Vorhängen ausgestattet werden.
Halten Sie einen Sessel oder bequemen Stuhl bereit, damit der Pflegebedürftige nicht den ganzen Tag im Bett verbringen muss. Günstig ist ein elektrisch verstellbarer Sessel.
Besorgen Sie ggf. einen Rollstuhl – mehr dazu unter: „Besorgung von Hilfsmitteln„
Persönliche Erinnerungsgegenstände (Fotos, Bilder, lieb gewonnenen Gegenstände, Kissen,...) dürfen nicht fehlen.
Ein Nachtschrank oder Tischchen sollte für den Pflegebedürftigen neben dem Pflegebett stehen (Besorgung Pflegebett – unter „Besorgung von Hilfsmitteln„) für persönliche Dinge
Ein Ablagetisch für Pflegemittel usw. sollte vorhanden sein, ebenso ein Papierkorb und ein Mülleimer mit Deckel (für Windeln, Einlagen usw.) um Wege einzusparen, die Hände frei zu haben und besserer Hygienebedingungen
Bringen Sie möglichst eine Leselampe am Pflegebett an.
Stellen Sie nach Möglichkeit einen Fernseher und ein Radio ins Zimmer. Auch wenn diese für den Pflegebedürftigen nicht mehr wichtig sein sollten, vermittelt dies den Eindruck, mit der Außenwelt verbunden zu sein.
Eine Uhr, die der Pflegebedürftige gut sehen kann, darf in keinem Pflegezimmer fehlen. Es sollte eine Uhr mit großen Zahlen und Zeigern sein.
Vertrautes Bettzeug und Kissen lassen Wohlbefinden aufkommen.
Bücher, Zeitungen und Zeitschriften zum Lesen oder Blättern sollten dem Pflegebedürftigen zur Verfügung stehen.
Es bietet sich oftmals an, dass der Pflegebedürftige sich mit einer Glocke, Klingel oder einem Babyfon bemerkbar machen kann.
Ist der zu Pflegende in der Lage sich zu unterhalten, veranlassen Sie, dass ihm ein Telefon zur Verfügung steht.
Pflegehilfsmittel, wie Nachtstuhl und Urinflasche, sollten gut erreichbar sein für den Pflegebedürftigen, wenn er selbst die Notdurft verrichten kann. Sonst können diese Hilfsmittel etwas abseits verstaut werden, aber noch gut erreichbar für die Pflegeperson.
Evtl. Handläufe, Haltegriffe abringen (z.B. bei der Toilette, in der Dusche), damit sich der Pflegebedürftige festhalten bzw. hochziehen kann.
Stürze müssen unbedingt verhindert werden, dazu sind folgende Maßnahmen dienlich:
Fußböden sollten trocken sein
Möglichst keine Türschwellen, Teppiche, Brücken, Läufer usw. in der Wohnung lassen, auch wenn das schön aussieht
Pflegebedürftigen möglichst feste Schuhe anziehen, wenn er laufen kann
geeignete Gehhilfen beschaffen und benutzen ( „Beschaffung von Hilfsmitteln„), zum Benutzen der Haltegriffe animieren
Ausreichende Beleuchtung der Wege / Zimmer des zu Pflegenden
Pflegebetten, Nachtstühle, Rollstühle, Rollatoren usw. anbremsen!
Immer für eine sichere Lagerung sorgen ( richtiges Sitzen im Stuhl, Lage im Bett,...)
Evtl. eine Matratze vor das Bett legen, für notfalls weiche Landung
Seitengitter nur auf ausdrücklichen Wunsch des Pflegebedürftigen oder Betreuers anbringen (freiheitsentziehende Maßnahme – strafbar!)
Zimmer für Schlaganfallpatienten sollten so eingerichtet sein, dass der Pflegebedürftige über die gelähmte Seite schauen und greifen muss. Damit wird die Wahrnehmung wieder etwas geschult. Das heißt, der Nachttisch, das Getränk soll man neben die gelähmte Seite stellen. Auch sollen Schlaganfallpatienten von der gelähmten Seite her angesprochen und gewaschen werden.
Ein Pflegezimmer sollte immer nach den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen und den Pflegepersonen eingerichtet sein. Dies waren Anregungen, kein "MUSS„. Jeder zu Pflegende hat andere Bedürfnisse und Ansprüche. Auch die räumlichen Situationen sind sehr unterschiedlich.
Kleidung von fest Bettlägerigen
- sollte möglichst aus Baumwolle und nicht zu eng sein
- sollte rückenfrei sein (Nachthemden ggf. hinten aufschneiden)
- große Anzahl von Wechselsachen
- ggf. Bettschuhe / - socken



